geschickt von André
 

 

Wenn selbst Schwarzenegger-Muskeln nicht reichen ...

BOSTON, 01. Oktober (MedCon) - Immer mehr Männer sorgen sich um ihr Aussehen - und bei einigen tendiert dies zu einer neuen Form der gestörten Körperwahrnehmung. Genauer gesagt empfinden sich die meist hoch muskulösen Männer als zu mickrig. Deshalb trainieren sie mehr und mehr, schlucken Aufbaupräparate oder sogar Anabolika, um ihre Muskeln weiter aufzubauen. Eine Studie hierzu haben US-Forscher jetzt im "British Journal of Sports Medicine" vorgestellt.

Das Syndrom bezeichnen die Forscher als Muskel-Dysmorphophobie. Als Dysmorphophobie oder körperdysmorphe Störung wird eine seelische Störung bezeichnet, bei der sich der Betroffene anhaltend mit einer vermeintlichen Entstellung oder Missbildung beschäftigt.

Um herauszufinden, was hinter der verzerrten Wahrnehmung steckt, interviewten die Wissenschaftler telefonisch 24 Männer, die regelmäßig Krafttraining in Fitness-Studios in und um Boston herum betrieben und bei denen das Syndrom festgestellt worden war, sowie 30 Männer ohne dieses Syndrom. Die Männer in beiden Gruppen zeigten ähnliche Bildung, Jobs und Körperbau. Auch ihre Trainingsgewohnheiten waren vergleichbar.

Die Männer mit Muskel-Dysmorphophobie betrachteten sich als körperlich weniger attraktiv und gesund als ihre Altersgenossen - eine Kombination von Überzeugungen, die bislang vor allem von Frauen bekannt war. Außerdem waren sie deutlich eher unzufrieden mit ihrer allgemeinen Erscheinung, ihrer Muskelspannung und ihrem Gewicht als die Männer in der Vergleichsgruppe. Zudem waren sie viel besorgter darüber, an Fett zuzulegen und machten sich vor allem um das Aussehen von Po, Hüften, Schenkeln und Beinen Gedanken.

Die Muskel-Dysmorphophobie ist möglicherweise eine negative Folge des Krafttrainings, da dieses oft betrieben wird, um den Körper zu verschönern, sagen die Forscher.

Quelle: British Journal of Sports Medicine (2002), Vol. 36, pp. 375 - 377

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